Arbeitskräfte für die Wasserstoffwirtschaft In Auftrag gegeben von der Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE

Sicherung qualifizierter Arbeitskräfte für die Wasserstoffwirtschaft

Lücken schließen und Weiterbildung fördern – Eine Fallstudie aus Ostdeutschland 

Der Aufschwung der Wasserstoffwirtschaft eröffnet die Möglichkeit, eine führende Rolle bei der Energiewende zu übernehmen. Während der Sektor in Europa wächst, müssen verschiedene Herausforderungen in Angriff genommen werden.  

Im Jahr 2023 gab es in der EU 512 sich in Betrieb befindliche Wasserstoffproduktionsanlagen – 36 mehr als im Jahr 2022 (Quelle: European Hydrogen Observatory). Bis 2050 will die Europäische Union laut Europäischer Kommission rund 10 % ihres Energiebedarfs mit erneuerbarem Wasserstoff decken. Dennoch sehen sich Mitgliedstaaten wie Deutschland mit Hindernissen wie uneinheitlichen Vorschriften und Subventionen für fossile Brennstoffe konfrontiert, die die Umstellung erschweren.

Insbesondere Ostdeutschland kann mit einem geplanten Projektvolumen von über 12 Milliarden Euro jährlich zu einem wichtigen Motor dieses Wandels werden. Allerdings hängt der Erfolg unter anderem maßgeblich von der Verfügbarkeit qualifizierter Fachkräfte ab. Sie werden sowohl für den Betrieb neuer Anlagen, als auch für den Bau der erforderlichen Infrastruktur benötigt.

Die vom WifOR Institute im Auftrag der Stiftung Arbeit und Umwelt der IGBCE erstellte Studie “Der Hochlauf der Wasserstoffwirtschaft in Ostdeutschland braucht Fachkräfte” zeigt, dass die geplanten Expansionen aufgrund eines Mangels an Fachkräften zu scheitern drohen. Viele Unternehmen haben Schwierigkeiten, offene Stellen in den Bereichen Chemie, Technik und Handwerk zu besetzen. Gleichzeitig geht das regionale Arbeitskräfteangebot aufgrund des demografischen Wandels und der Abwanderung zurück. 

Der Hochlauf der Wasserstoff-
wirtschaft in Ostdeutschland
braucht Fachkräfte
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Damit Ostdeutschland das Potenzial von Wasserstoff ausschöpfen kann, ist entschiedenes Handeln erforderlich. Die Studie empfiehlt unter anderem folgende Maßnahmen:  

  • Ausbau von Lehrstellen und Anerkennung der Berufsausbildung als Teil kritischer Infrastruktur  
  • Förderung gezielter Weiterbildungsmaßnahmen und von Umschulungen, insbesondere für KMUs 
  • Stärkung regionaler Netzwerke und der Attraktivität von Berufslaufbahnen in der Branche 

Eine nachhaltige Wasserstoffwirtschaft kann nur gelingen, wenn Unternehmen, politische Entscheidungsträger:innen und Arbeitnehmendenvertretungen gemeinsam in Menschen, Kompetenzen und bessere Arbeitskonditionen investieren. Durch die Umsetzung datenbasierter regionaler Strategien können sie den Sektor zukunftssicher und langfristig widerstandsfähig gestalten. 

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Florian Fickler
Team Lead – Arbeitsmarkt & Inkubator
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Kay Petrisor
Kay Petrisor
Head of Strategy & Business Development
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